Zeitgleich zum Umbau des Bahnhofs wurde auch das Gleisüberwerfungsbauwerk
zwischen Heide und Weddinghusen total erneuert.
An diesem Ort wird die bis dahin parallel rechts (östlich) zur Hauptbahn
verlaufende Strecke nach Büsum unter der Hauptstrecke durchgeführt und verläuft
danach noch einen kurzen Abschnitt westlich (links), bevor sie ihre Richtung
nach Westen nach Büsum ändert.
Früher bestand hier ein Eisenbahnbrücke; sie wurde durch einen ca. 50 m
langen Tunnelneubau ersetzt.
Unsere früherer Nachbar, Herr Bade, war Lokführer. Er erzählte mir, dass es
ihm passiert wäre, dass exakt am tiefsten Punkt der Unterführung bei seiner
Dampflok ein Kuppelstange gebrochen wäre...
In den Jahren 1945 und 1946 wurde die Strecke als Abstellgleis benutzt.
Zunächst standen dort sehr viele alte Dampflokomotiven, auf denen wir Kinder
ständig herumspielten. Leider gibt es davon keine Fotos - das war in der
Nachkriegszeit unmöglich.
Nachdem die Loks abgeschleppt worden waren, wurden unglaublich viele
Güterwagen in einem kilometerlangen Zug dort ungesichert abgestellt. Eines Tages
setzte sich - wohl als Folge des Winddrucks - der ganze Zug in Richtung Heide
geräuschlos in Bewegung. Da wir das ganz zu Beginn miterlebt hatten, haben wir -
mein Bruder und ich - sofort Schottersteine als "Hemmschuhe" unmittelbar vor die
Räder gelegt und den Zug zum Halten gebracht. Wenn ich heute daran denke...
Den Umbau habe ich dann 2010 aus nächster Nähe miterlebt und in ganz vielen
Bildern festgehalten, wie hier zu sehen ist:
Die Bilder beschreiben den Fortgang der
Arbeiten aus unterschiedlichen Blickwinkeln - aber auch "mittendrin".
Sie beginnen mit der Sperrung der Ausfahrt aus dem Bf Heide in Richtung Büsum
und zeigen die mühsamen Vorarbeiten einschließlich der neuen
Gleisverlegungsarbeiten oberhalb des Bauwerks.
Hier kann man den Fortschritt der Arbeiten selbsterklärend gut nachvollziehen.
Zunächst wurden die Strecken gesperrt, dann die bisherige Brücke ausgebaut und
eine Behelfsbrücke für die Hauptbahn eingesetzt. Die Behelfsbrückenpfeiler
gründeten mitten in der - abgebauten - Trasse der Büsumer Strecke. Es handelt
sich um die je zwei im Tunnelbauwerk einbauten senkrechten "Röhren". Sie konnten
erst nach der Fertigstellung des Tunnels wieder demontiert werden. Das erklärt
auch die lange Zeit der Unterbrechung der Büsumer Strecke.
Nach der Errichtung des Tunnelbauwerks nahezu fertig gestellte Gleisarbeiten

Auf der Hauptstrecke fährt die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) nach Westerland; im
Hintergrund ist nach mehr als einem halben Jahr der erste Zug auf seiner Fahrt
nach Büsum zu erkennen. Anschließend durchfährt er den neuen Tunnel, um dann
hinter der leichten Rechtskurve zu verschwinden. |